WIRTSHAUS SCHÖFFMANN

seit 1568

Christoph Khevenhüller (Augsburg) kam als Protestant und Investor nach Kärnten und das mit wesentlich moderneren Anschauungen als vor ihm die Türken 1486 mit Säbel und Lunte. Er baute die Burg Landskron zu einem profanen Wohn- und Amtssitz aus, errichtete zeitgleich mit diesem Wirtshaus das Stadtpalais "POST" am Hauptplatz Villach und war Landeshauptmann und Patrimonialherrscher über seine Besitzungen Landskron und andere. Villach war da noch Bambergerischer Besitz. Gegenreformation 1600.

Die Familie Khevenhüller musste konvertieren und/oder auswandern; Burg und Besitzungen enteignet. Landskron wurde an Dietrichstein verkauft, das Wirtshaus wechselte oft die Pächter und wurde Ende 1757 an Schöffmann I aus Ragain 2, Wernberg verkauft. Derselbige war gut drauf, importierte Wein aus Friaul, fuhrwerkte, verborgte sein Geld für Zinsen an die Abtei Ossiach und versorgte seine Kinder sehr ordentlich (Wirtshaus Schöffmann, Kumitzbräu, Fischerwirt; 2 Töchter an Fam. Wahn und Fam. Wrann, Velden; jüngster Sohn Pfarrer in Klein St. Veit - man weiß ja nie ...). Hofbrennrecht seit 1760.

Das napoleonische Reich brachte eine Befreiung für das Bürgertum. Villach kam 1809 zu den illyrischen Provinzen, Klagenfurt blieb Habsburger Reich. Doch gegen Ende dieser Ära, 1813, kam es zu Plünderungen durch die französischen Besatzer. Der Schöffmann Schorschi flüchtete mit seinen gemünzten Habseligkeiten zum Hütter, wo er den Franzosen glaubhaft machte, in dieser schäbigen Hütte als Jäger und Pilzesammler sein karges Leben zu fristen.

Das ging durch, nach 18 Monaten kam er zurück - Inflation 0%. Es folgte eine sehr bewegte Zeit. Zurück zur Monarchie, 1848, Bahnbau, Landvermessung, Steuergemeinden, Ringstraßen-Boom, Börsenkrach, Burg Landskron abermals verkauft, dann 1. Weltkrieg und die Zeit danach.


Hans Schöffmann (geb. 1898) steuerte durch zwei Weltkriege und pflegte immer zu sagen "so kann es nicht weiter gehen". Es ging weiter - mit ihm, nach ihm, ohne ihn. Und wie, das ist eine andere Geschichte für ein andernmal.